Winterdepression

Licht macht wieder munter

Apotheken Umschau 2/97, S. 16 ff.

Manchen Menschen setzt der Lichtmangel in der kalten Jahreszeit schwer zu: Sie leiden an der Winterdepression

Am liebsten würden sie in einen sechsmonatigen Winterschlaf versinken. Während ihre Stimmung ins Bodenlose sinkt, steigt ihr Körpergewicht an - zur schlechten Laune gesellt sich ein unwiderstehliches Verlangen nach Süßigkeiten.

Das winterliche Stimmungstief der Betroffenen entsteht nicht durch die ständigen Minusgrade im Winter, sondern durch den Mangel an Sonnenlicht. Kurze Tage mit wenig Sonne führen im Körper zu hohen Konzentrationen an Melatonin. Melatonin ist ein Hormon, das in der Zirbeldrüse des Gehirns gebildet wird und das unseren Tagesrhythmus steuert. Viel Melatonin signalisiert dem Organismus: Jetzt ist Schlafenszeit.

Durch sichtbares Licht wird die Bildung von Melatonin gehemmt, der Körper fühlt sich wach und leistungsfähig. Neueste Untersuchungen haben gezeigt, daß künstliche Lichtquellen dieselbe leistungsfördernde Wirkung besitzen wie natürliches Sonnenlicht.

Voraussetzung ist aber eine ausreichende Lichtintensität von 2.500 bis 3.000 Lux. Das entspricht der Helligkeit bei Sonnenaufgang im Frühling. Das klingt nicht sehr gewaltig, immerhin wird an sonnigen Tagen ein Vielfaches dieses Wertes erreicht, aber es ist immer noch das Zehnfache dessen, was wir an den meisten Büroarbeitsplätzen finden.

Das Lichtspektrum sollte dem Spektrum der Sonne entsprechen. Aber die Lampe darf keine kurzwellige ultraviolette Strahlung aussenden, weil diese die Haut schädigen kann. Solche Lampen, die sich zur Behandlung der Winterdepression bewährt haben, sind auch in der Apotheke erhältlich.

     

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