BARMER Das aktuelle Gesundheitsmagazin, Zeitschrift für Mitglieder der BARMER Ersatzkasse Nr. 1, 1. Quartal 1997
Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche und Schwermut nehmen zu, wenn die Tage kürzer werden und die Sonne ihren Rückzug beginnt. Untersuchungen zeigen: Im Herbst und Winter erlebt auch in unseren Breiten etwa die Hälfte aller Menschen ihr Stimmungstief. Bei rund 17 Prozent kann man sogar von echter Depression sprechen. Bei etwa vier Prozent ist eine psychiatrische Behandlung erforderlich. Die Zahl der Saison-Depressiven wird ähnlich hoch geschätzt wie die der Menschen mit „klassischen" Depressionen. ...
Bekannt sind [ ... ] die typischen Symptome: ein hohes Schlafbedürfnis und großer Appetit auf Süßes und andere kohlenhydratreiche Nahrungsmittel. Es wird geradezu von einer „Schokoladensucht" gesprochen. Kein Wunder: Zucker und Kakaobutter erleichtern die Bildung von Serotonin. Das ist ein Nervenbotenstoff, dessen Mangel depressionsfördernd wirken soll. Schokolade und andere Süßigkeiten werden damit zu therapeutischen Seelentröstern gegen depressive Stimmungen. Doch diese Kompensation ist häufig mit einigen Kilogramm Körpergewicht mehr verbunden. Licht und Zucker wirken auf den Menschen - beide beeinflussen den Stoffwechsel des Serotonins. Zucker sorgt für einen Anstieg, Sonnenlicht behindert seinen Abbau. ...
Die Lichttherapie wird nur in besonders schweren Fällen von SAD verordnet. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen muß zustimmen.