Lebenskraft durch Licht

Neue Apotheken Illustrierte 11/97, S. 8 ff., Apothekerin Elke Engels

Untersuchungen in Ländern mit kurzen Sommern und sehr langen, sonnenlichtarmen Wintern, wie Finnland, ergaben, daß es einen Zusammenhang zwischen saisonalen Depressionen, sprich Winterdepressionen, und hohen Melatonin-Tageswerten gibt. Bei den betroffenen Patienten ließ eine mehrstündige Lichttherapie mit Vollspektrumlicht die Depressionen abklingen. ...

Relativ neu ist die Behandlung von saisonalen Depressionen durch tägliche Bestrahlung mit Vollspektrumlicht. Weitere Indikationen sind Störungen der "inneren Uhr" beispielsweise durch Jet-Lag oder Schichtarbeit. Derzeit prüft man die Wirkung der Lichttherapie sogar bei Schlaf- und Verhaltensstörungen von Demenz-Patienten (altersbedingte Hirnleistungsstörungen), bei Patientinnen mit prämenstruellem Syndrom und Menschen mit Eßstörungen wie Bulimie. Man vermutet in diesem Zusammenhang, daß fehlendes Licht unbewußt durch Stimmungsmacher wie Süßigkeiten, Alkohol, Fast Food, Kaffee, Nikotin oder Medikamente ausgeglichen wird.

Die Lichttherapie wird vom Arzt oder Facharzt durchgeführt. Häufig reicht eine Behandlungsdauer von einigen Wochen aus, aber das hängt von Art und Ausmaß der Krankheit ab. Eine Heimtherapie ist auch möglich, aber nur unter Anwendung genormter medizinischer Geräte nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.

     

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