Leben mit Nierenerkrankungen 1

Das Leben mit einer Nierenerkrankung: 20 Tipps

Ihr Leben verändert sich stark, wenn Sie die Diagnose für eine chronische Nierenerkrankung erhalten haben. Wie bei jeder großen Veränderung im Leben gilt auch hier, sich Schritt für Schritt an die neue Situation zu gewöhnen.

20 hilfreiche Tipps für Nierenpatienten

Hier finden Sie 20 nützliche Tipps, wie Sie sich eine hohe Lebensqualität mit Ihrer Nierenerkrankung bewahren und Ihr Leben genießen können – trotz einiger krankheitsbedingter Einschränkungen.

Tipp 1: Informieren Sie sich! Für Sie als Nierenpatient ist es besonders wichtig, dass Sie umfassend über chronische Nierenerkrankungen und vor allem über Ihre eigene Gesundheit fundierte Kenntnisse haben. Fragen Sie Ihren Arzt und Ihr Pflegeteam, welche Informationen für Sie relevant sind und lassen Sie Ihre Werte regelmäßig kontrollieren.

Tipp 2: Stellen Sie Fragen! Betrachten Sie Ihre chronische Erkrankung als Herausforderung, die Sie bewältigen können. Es gibt viele fachkundige Menschen und Mitpatienten, die Ihnen zeigen können, wie Sie Ihre Behandlung aktiv unterstützen und zu einem aktiven und erfüllten Leben beitragen.

Tipp 3: Die richtigen Medikamente. Informieren Sie sich über die Arzneimittel, die Sie einnehmen müssen, und merken Sie sich deren Namen, Wirkweise und die richtige Dosierung. Einige Medikamente, z.B. bestimmte Blutdrucktabletten, können das Fortschreiten Ihrer Nierenerkrankung aufhalten. Fragen Sie Ihren Arzt nach der richtigen Medikation für Sie.

Tipp 4: Dokumentieren Sie Ihre Laborwerte! Führen Sie am besten Buch über Ihre Laborwerte und informieren Sie sich über deren Bedeutung. Und bedenken Sie immer: Ihre behandelnden Ärzte und das Pflegepersonal haben zwar das Fachwissen über Nierenerkrankungen, über sich selbst wissen Sie aber am besten Bescheid.

Tipp 5: Ergreifen Sie die Initiative! Übernehmen Sie selbst die Verantwortung. Wenn Sie etwas nicht verstehen oder Ihnen etwas in der Behandlung nicht richtig vorkommt, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Erkundigen Sie sich, was Sie tun können, um Ihren gesundheitlichen Zustand zu verbessern.

Tipp 6: Akute Beschwerden. Informieren Sie sich über die Symptome einer chronischen Nierenerkrankung und schildern Sie Ihrem Arzt Ihre Beschwerden. Einige Probleme, wie rasche Ermüdungserscheinungen, können wirksam behandelt werden.

Tipp 7: Gesunde Ernährung. Erarbeiten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt und einem Ernährungsberater einen Plan für eine gesunde und nierenfreundliche Ernährung. Halten Sie sich konsequent an die Vorgaben und beobachten Sie die Auswirkungen Ihrer Ernährung auf Ihre Blutwerte.

Tipp 8: Bewegung. Bewegen Sie sich regelmäßig! Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Sportarten (u.a. Nordic Walking, Schwimmen, Radfahren) für Sie als Nierenpatient geeignet sind.

Tipp 11: Blutdruck gut einstellen. Legen Sie mit Ihrem Arzt Ihr Blutdruckziel fest und wie Sie diesen Wert am Besten erreichen. Mit einer guten Blutdruckeinstellung können Sie dazu beitragen, den Verlauf Ihrer Nierenerkrankung aufzuhalten.

Tipp 9: Bleiben Sie nach Möglichkeit berufstätig. Auch wenn Sie sich eine Auszeit nehmen, um sich an die neue Situation mit der Nierenerkrankung zu gewöhnen: Versuchen Sie, Ihren Beruf anschließend wieder voll oder wenigstens in Teilzeit auszuüben. Eine Arbeit, die Ihnen Freude macht, kann erheblich dazu beitragen, dass Sie aktiv und motiviert bleiben.

Tipp 10: Soziale Fragen. Informieren Sie sich, wie Sie ggf. die finanziellen Folgen Ihrer Erkrankung am besten auffangen können und erstellen Sie einen entsprechenden Plan. Ein psychosozialer Begleiter und/oder die Selbsthilfe für Nierenpatienten (z.B. Bundesverband Niere e.V., www.bnev.de) können Ihnen dabei helfen.

Tipp 12: Haben Sie Diabetes? Dann kann eine gute Blutzuckereinstellung ebenfalls dazu beitragen, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen bzw. aufzuhalten. Sollten Sie Ihre Glukosewerte allerdings nicht in den Griff bekommen, lassen Sie sich von Ihrem Arzt zu einem Diabetologen überweisen.

Tipp 13: Folgeerkrankungen verhindern. Informieren Sie sich über die möglichen Begleiterkrankungen einer Nierenerkrankung wie Blutarmut (Anämie), stoffwechselbedingte Übersäuerung (metabolische Azidose), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erhöhtes Volumen des im Blutkreislauf befindlichen Blutes (Hypervolämie) sowie hohe Kalium- und Phosphatwerte. Jede dieser Folgekomplikationen lässt sich durch entsprechende Tests feststellen. Es gibt zudem viele Möglichkeiten, um Begleiterkrankungen vorzubeugen, u.a. durch entsprechende Medikamente.

Tipp 14: Entscheidung zur Nierentransplantation. Falls Sie sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung befinden, sollten Sie sich auch über die Nierentransplantation informieren. Denken Sie zudem an die Möglichkeit einer Lebendspende von einem geeigneten Spender.

20. Optimistisch bleiben. Bewahren Sie sich die Lust am Leben: Machen Sie Dinge, die Ihnen am Herzen liegen und Ihnen Freude bereiten – auch mit der Nierenerkrankung.

Tipp 16: Therapietreue. Falls Sie bereits an der Dialyse sind, achten Sie darauf, die mit dem Arzt vereinbarten Therapieziele anzustreben. Lassen Sie regelmäßig Ihren Kt/V (Parameter zur Bestimmung der Dialyseffektivität) und Ihren URR (weiterer Wert zur Bestimmung der Dialyseeffektivität) sowie weitere Werte bestimmen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Ihre Blutwerte nicht zufriedenstellend sind.

Tipp 17: Transplantation und Medikation. Wenn Sie transplantiert sind, nehmen Sie immer pünktlich alle verordneten Medikamente ein. Achten Sie auch auf Anzeichen einer Infektion, auf mögliche Abstoßungsreaktionen oder sonstige Beschwerden.

Tipp 18: Geben Sie sich Zeit! Schenken Sie immer auch Ihren Gefühlen genug Aufmerksamkeit. Lassen Sie sich selbst so viel Zeit, wie Sie brauchen, um sich an die neue Situation zu gewöhnen und die Kontrolle über Ihr Leben mit der Nierenerkrankung zurückzugewinnen. Sie werden möglicherweise mit Zukunftsängsten und/oder notwendigen Änderungen Ihres Lebensstils sowie negativen Reaktionen Ihres sozialen Umfelds konfrontiert. Es ist aber ganz normal, bei dieser schwerwiegenden Diagnose durch eine Zeit der Veränderung zu gehen.

Tipp 19: Bitten Sie andere um Hilfe! Sprechen Sie mit Verwandten und Freunden sowie mit Mitpatienten, Seelsorgern und/oder mit Ihrem Ärzte- und Pflegeteam, wenn Sie Unterstützung benötigen.

Unser ältester Patient

Apropos Leben mit der Nierenerkrankung:

Vor Kurzem durften wir einem ganz besonderen Patienten gratulieren!

Unser ältester DaVita-Patient - und sicher einer der ältesten Dialysepatienten der Welt – hat seinen Geburtstag in unserem Dialysezentrum in Hamm-Ahlen gefeiert.

Herr Scheidgen ist dort seit Januar 2016 als Dialysepatient in Behandlung und ist nun 104 Jahre alt geworden!

Wir gratulieren herzlich zum Geburtstag und wünschen ihm nachträglich im Namen aller Mitarbeiter von DaVita in Deutschland alles Gute und weiterhin Gesundheit!