Verhalten in Notfällen

Als Dialysepatient sollten Sie immer den „Notfallzettel“ Ihres Dialysezentrums mit allen relevanten Notfall-Telefonnummern dabei haben. Bei einer Krankenhauseinweisung sollten Ihre Angehörigen oder Sie schnellstmöglich das behandelnde Zentrum benachrichtigen, damit die Weiterführung Ihrer Dialysebehandlung gewährleistet ist.

In folgenden Fällen sollten Sie oder Ihre Angehörigen sofort die Notfall-Nummer bzw. den Notarzt anrufen!

Kaliumvergiftung

Eine Kaliumvergiftung ist die gefährlichste Situation für einen Dialysepatienten. Als akuter Notfall manifestiert sie sich mit Symptomen an der Herz- und Körpermuskulatur. Die Symptome sind vielfältig: plötzliche Muskelschwäche, Taubheitsgefühl rund um die Lippen und Lähmungserscheinungen, z. B. der Beine. Da Kalium vor allem in Obst reichlich vorhanden ist (s. nierenfreundliche Ernährung), ist die Vergiftungsgefahr vor allem in obstreichen Jahreszeiten und nach dem Genuss großer Obstmengen (vor allem Steinobst) gegeben.

Eine sofortige Behandlung (Dialyse!) ist bei einer Kaliumvergiftung (über-)lebenswichtig!

Shuntverschluss

Nach starkem Schwitzen, bei hoher Umgebungstemperatur oder bei grippalen Infekten ist es möglich, dass es zu einem Shuntverschluss durch ein Blutgerinnsel kommt. Dieser kündigt sich durch einen leichten Schmerz im Bereich des Zusammenschlusses von Vene und Arterie an, zudem werden die Pulsationen und das Geräusch Ihrer „Lebensader“ schwächer.

Shuntblutung

In Einzelfällen kann nach Beendigung der Dialyse aus den Einstichstellen des Shunts noch Blut austreten, weil dieses zum Teil auch nach der Dialyse noch schlecht gerinnt. In Ihrem Zentrum sind Sie hier durch das Dialyseteam gut versorgt. Bei der Heimhämodialyse müssen Sie selbst reagieren. Drücken Sie kräftig für circa 20 Minuten mit einem Tupfer oder einem Taschentuch auf die Einstichstelle, dadurch stillen Sie die Blutung. Bei starken, nicht stillbaren Blutungen sollten Sie die Notall-Nummer wählen.

Luftnot

Luftnot kann ein Ausdruck von Überwässerung, zu hohem Blutdruck oder Herzschwäche sein und muss sofort ärztlich kontrolliert und ggf. behandelt werden.

Hoher Blutdruck

Wenn Sie einen hohen Blutdruck (über 170 mmHg) gemessen haben, sollten Sie nach etwa einer halben Stunde in Ruhe (sitzend) eine erneute Blutdruckkontrolle vornehmen. Ist der Druck immer noch stark erhöht, nehmen Sie sofort Ihre Notfall-Medikation ein.

Kollaps

Hat ein Patient einen Kollaps mit oder ohne Bewusstlosigkeit, sollte so schnell wie möglich ein Arzt konsultiert werden.

Muskelkrämpfe

Muskelkrämpfe (in den Waden oder im Bauchbereich) sind bei Dialysepatienten eine häufige Nebenwirkung des schnellen oder hohen Wasserentzugs. Trotz der starken Schmerzen, die der Patient dabei empfindet, sind Muskelkrämpfe im Prinzip harmlos.

Muskelkrämpfe sind schmerzhaft, aber eher ungefährlich.

Wir empfehlen hier die Einnahme eines Magnesium-Präparats und/oder 200 ml einer salzhaltigen Kraftbrühe.