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Peritonealdialyse

Bei der Peritonealdialyse (PD), auch Bauchfelldialyse genannt, wird die Entgiftung nicht durch eine Dialysemaschine außerhalb des Körpers erreicht. Vielmehr findet die Entgiftung im Körper statt. Als Filter dient hierbei das Peritoneum, eine dünne Schleimhaut, die die Bauchhöhle von innen auskleidet.

Die Dialysierflüssigkeit wird für eine gewisse Zeit in den Bauchraum eingefüllt und dann – angereichert mit den Giftstoffen – wieder abgelassen.

Für dieses Verfahren benötigen Patientinnen und Patienten einen Peritonealdialysekatheter (PD-Katheter). Ein PD-Katheter wird durch eine kleine Operation in die Bauchhöhle eingebracht. Über diesen Katheter kann die Dialysierflüssigkeit in den Bauchraum eingeleitet und später wieder abgelassen werden. Der Katheter wird unter der Kleidung getragen, die Austrittsstelle kann mit einem Verband abgedeckt werden.

In den meisten Fällen wird die Peritonealdialyse zuhause durchgeführt, so dass Patienten nicht dreimal pro Woche ein Dialysezentrum aufsuchen müssen. Der Austausch der Flüssigkeit in der Bauchhöhle erfolgt entweder manuell über den Tag verteilt oder automatisch durch ein Dialysegerät (Cycler) während der Nacht.

Kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse (CAPD)

Bei der CAPD wird die Dialysierflüssigkeit 2- bis 4-mal pro Tag manuell ausgetauscht (PD-Beutelwechsel). Die Verweilzeit der Flüssigkeit in der Bauchhöhle variiert zwischen 4 und 8 Stunden, sie kann an die Bedürfnisse des Tagesablaufs angepasst werden. Während der Nachtruhe wird die Flüssigkeit grundsätzlich nicht ausgetauscht.
Ein Beutelwechsel dauert in der Regel zwischen 15 und 25 Minuten. Dieser kann zuhause, am Arbeitsplatz oder im Urlaub durchgeführt werden.

Automatisierte Peritonealdialyse (APD)

Bei der APD als Heimdialyseverfahren wird der Flüssigkeitsaustausch über Nacht durch eine Maschine, den so genannten Cycler, durchgeführt. Das Gerät wechselt in einem Zeitraum von 8-9 Stunden die Flüssigkeit in der Bauchhöhle regelmäßig aus. Das Gerät arbeitet weitgehend lautlos.

Grundsätzlich können die meisten Patienten eine Peritonealdialyse durchführen. Wir unterstützen unsere Patientinnen und Patienten durch regelmäßige Schulungen bei Bedarf auch von Angehörigen und Pflegediensten.

Bei der Durchführung der Peritonealdialyse als Heimdialyse wird eine kleine Lagerfläche für die Materialien benötigt. Sie sollten den Beutelwechsel möglichst ungestört unter Beachtung weniger Hygienevorschriften (Mundnasenschutz, Händedesinfektion, sauberer Arbeitsbereich) durchführen.

Ihr PD Team unterstützt sie jederzeit und ist im Rahmen der Rufbereitschaft rund um die Uhr für sie erreichbar.

Die Peritonealdialyse: Vor- und Nachteile

Vorteile Nachteile
Die Peritonealdialyse (PD) hat den Vorteil, dass sie zu Hause oder am Arbeitsplatz durchgeführt werden kann, ohne dass der Besuch eines Dialysezentrums erforderlich ist. Manche Menschen empfinden den Katheter in der Bauchdecke und Flüssigkeit im Bauchraum als störend.
PD-Patienten können sich ihre Zeit flexibel selbst einteilen. Das ermöglicht ihnen, weiterhin berufstätig zu sein, zur Schule zu gehen oder zu verreisen. Falls die PD täglich durchführt werden muss, kann dies für manche Patienten belastend sein.
Die PD ist ein weitgehend kontinuierliches Dialyseverfahren, Kreislaufprobleme oder Müdigkeit wie sie von vielen Hämodialysepatienten zum Ende der Behandlung beschrieben werden, entstehen nicht. Da die Dialyselösung Glucose enthält, kann es zu einer Gewichtszunahme kommen. Bei Diabetikern kann eine Anpassung der Diabetestherapie notwendig werden.
Der Besuch eines Fremden Dialysezentrums am Urlaubsort ist nicht notwendig. Entzündungen des Bauchfells (Peritonitis) oder des Katheteraustritts sind nicht häufig, können aber auftreten. Entsprechende Hygienemaßnahmen müssen erlernt werden.
Bei unkompliziertem Verlauf müssen PD-Patienten nur alle 4-6 Wochen Ihre PD-Ambulanz aufsuchen. Die Materialien für die PD müssen zu Hause aufbewahrt werden, hierfür ist eine gewisse Lagerfläche nötig.

Ihr Arzt unterstützt Sie bei der Auswahl des passenden Verfahrens unter Berücksichtigung Ihrer Wünsche und eventueller medizinischer Vor- und Nachteile.