Informationen zu Nieren-
ersatztherapien

Peritonealdialyse

Bei der Peritonealdialyse (PD) übernimmt das Bauchfell die Funktion der Nieren als körpereigene Filtermembran. Dabei wird eine sterile Dialyselösung über einen Katheter in die Bauchhöhle eingelassen. Die Flüssigkeit entzieht dem Blut die ungewollten Stoffwechselabbauprodukte und nutzt das halb durchlässige Bauchfell als körpereigene Filtermembran.

Auch bei der Peritonealdialyse muss auf eine dialysegerechte Ernährung geachtet und die Flüssigkeitszufuhr beschränkt werden. Die Einschränkungen sind jedoch nicht so groß, da die Behandlung täglich durchgeführt wird. In den meisten Fällen wird die PD als Heimdialyse vorgenommen, so dass Patienten nicht dreimal wöchentlich ein Dialysezentrum aufsuchen müssen. Die Peritonealdialyse gibt es auch als nächtliches Verfahren mit einem Dialysegerät (Cycler), was es dem Patienten u.a. leichter macht, tagsüber berufstätig zu sein, zur Schule zu gehen oder zu verreisen.

Ihr Arzt unterstützt Sie bei der Entscheidung für das für Sie passende Verfahren.

Automatisierte Peritonealdialyse (APD)

Bei der APD als Heimdialyseverfahren wird der Flüssigkeitsaustausch durch eine Maschine, den sog. Cycler, durchgeführt. Die meisten PD-Patienten entscheiden sich für die Behandlung mit einem Cycler, weil sie über Nacht erfolgt und der Patient so tagsüber seinen beruflichen und privaten Aktivitäten nachgehen kann.

Kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse (CAPD)

Bei der CAPD führt der Dialysepatient täglich 2 bis 5 Wechsel der Dialyselösung, sog. Beutelwechsel, manuell selbst durch. Ein Gerät ist dazu nicht erforderlich. Für den Wechsel lässt der Patient alle 5 bis 6 Stunden die Spülflüssigkeit aus dem Bauchraum ab und direkt danach wieder neue Flüssigkeit einlaufen. Der Patient nimmt einen Beutel mit dem Dialysat, das aus Wasser und Mineralstoffen besteht, und leitet dieses über einen PD-Katheter in den Bauchraum. Nach einigen Stunden muss man das verbrauchte Dialysat über den Katheter in einen leeren Beutel ablassen. Anschließend wird neue Spüllösung in den Bauch eingeleitet. Dieser Prozess wird alle paar Stunden wiederholt.

Das Einfüllen und Ausleiten dauert jedes Mal 15 bis 20 Minuten und kann an einem sterilen Ort zu Hause oder am Arbeitsplatz durchgeführt werden. Patienten, die noch über ein hohes Maß an Nierentätigkeit verfügen, müssen die Spülflüssigkeit mitunter nur 2 bis 3 Mal täglich austauschen. Bei den meisten Patienten ist dieser Vorgang jedoch 4 bis 5 Mal täglich erforderlich.

Intermittierende Peritonealdialyse (IPD)

Die IPD ist eine weitere Form der Peritonealdialyse. Dieses Verfahren nimmt unser geschultes Personal stationär vor. Das Gerät, das dabei zum Einsatz kommt, ist der sog. Cycler. Es ist das gleiche Dialysegerät wie bei der sog. kontinuierlichen zyklischen Peritonealdialyse (CCPD, hier verbleibt das Dialysat – im Gegensatz zur IPD – auch tagsüber in der Bauchhöhle).Die spezielle Dialysemaschine kann sowohl beim Patienten zu Hause als auch im Krankenhaus angewandt werden. Die Behandlung erfolgt automatisch. DaVita bietet 3 mal wöchentlich nächtliche IPD-Behandlungen mit einer Dauer von 10 bis 12 Stunden in Spezialabteilungen an.

Peritoneladialyse: Vor- und Nachteile

Die Vorteile:

  • Die Peritonealdialyse (PD) hat den Vorteil, dass sie zu Hause oder am Arbeitsplatz durchgeführt werden kann, ohne dass der Besuch eines Dialysezentrums erforderlich ist.
  • PD-Patienten können sich ihre Zeit somit flexibel selbst einteilen.
  • Das ermöglicht ihnen weiterhin berufstätig zu sein, zur Schule zu gehen oder zu verreisen.
  • Ist ein Urlaub geplant, kann sich der Patient die Dialyselösung an sein Urlaubsziel schicken lassen.
  • Die meisten PD-Patienten müssen lediglich 1- bis 2-mal im Monat zur Kontrolle ins Dialysezentrum.
  • Da die Peritonealdialyse täglich durchgeführt wird, sind die Ernährungseinschränkungen geringer als bei anderen Verfahren.

Die Nachteile:

  • Da die Dialyselösung Dextrose (Zucker) enthält, kann es zu einer Gewichtszunahme und zu Problemen bei der Blutzuckereinstellung kommen. Falls Sie Diabetes haben oder übergewichtig sind, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob die PD für Sie infrage kommt.
  • Falls in der Vergangenheit bei Ihnen bereits Bauch-OPs durchgeführt wurden, ist die PD möglicherweise kein geeignetes Verfahren für Sie, da das Bauchfell dabei als körpereigene Filtermembran dient.
  • Manche Menschen empfinden den Bauchkatheter und Flüssigkeit im Bauchraum als unschön.
  • Eine Infektion im Katheterbereich ist nicht häufig, kann aber auftreten. Ihr Arzt wird Ihnen zeigen, wie Sie einer Infektion durch entsprechende Hygienemaßnahmen vorbeugen können. Auch die Gefahr einer Peritonitis – einer Entzündung des Bauchfells – besteht. Diese kann sehr schmerzhaft sein und erfordert in schwerwiegenden Fällen einen Krankenhausaufenthalt.
  • Die Materialien für die PD müssen zu Hause aufbewahrt werden. Für die Durchführung der Behandlungen ist außerdem eine sterile Umgebung erforderlich.

Stationäre Dialyse: Behandlung von Patienten im Krankenhaus

Muss ein Dialysepatient aus einem anderen Grund als seiner Nierenerkrankung in einem Krankenhaus stationär behandelt werden, können wir ihm während seines Aufenthalts in einer unserer Dialysestationen im Krankenhaus auch die notwendige Dialyse anbieten. Die Mitarbeiter Ihres DaVita Dialysezentrums stellen Ihnen dazu gerne eine Liste mit Kliniken und Spezialstationen zusammen. Die behandelnde Station bekommt dann einen Dialysebericht und ausführliche Informationen über den Patienten, beispielsweise zu seiner Ernährung und seinen Medikamenten.