Eiweiß und Phosphat

Neben Eiweiß enthalten einige Lebensmittel auch größere Mengen an Phosphat. Vor allem tierische Produkte sollten hier genauer beachtet werden.

Welche Rolle spielen Eiweiß und Phosphat für uns?

Eiweiße (Aminosäuren) sind für die Erhaltung und die Neubildung von Muskelgewebe und Zellen der wohl wichtigste Baustein. Durch eine ausgewogene und eiweißhaltige Ernährung stärken Sie zudem auch Ihr Immunsystem.

Phosphat ist ein Mineralstoff, welcher unter anderem zusammen mit Calcium für die Stabilität unserer Knochen verantwortlich ist. Darüber hinaus ist er ein wichtiger Bestandteil in der Energiebereitstellung unseres Körpers.

Eiweiß- & Phosphat-Ratgeber zum Download

In der Broschüre sind Informationen zum Thema "Eiweiß & Phosphat" zusammengestellt, auf die Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion achten sollten. Einfach hier herunterladen::

Die Balance halten

In einer ausgewogenen Ernährung ist die Aufnahme von Eiweiß sehr wichtig. Eiweiße treten naturgemäß immer in einer Verbindung mit Phosphat auf und somit steigt mit der Zufuhr von Eiweiß auch die Aufnahme von Phosphat.

Durch eine Einschränkung der Nierenfunktion können aber die sogenannten „Abfallprodukte“ der Eiweiße und des Phosphats nicht mehr über die Niere ausgeschieden werden. Sie reichern sich im Körper an und können dadurch langfristige Schäden verursachen. Der erhöhte Phosphatspiegel im Blut wird als Hyperphosphatämie bezeichnet. Er setzt eine Kette in Gang, die über einen Vitamin­-D Mangel und eine vermehrte Bildung von Parathormon das Herauslösen von Calcium aus dem Knochen provoziert und so zur Osteoporose führt. Das überschüssige Phosphat setzt sich dann als „Kalk“ in den Gefäßen ab und kann zu Juckreiz, Durchblutungsstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall führen.

Ein überhöhter Phosphatspiegel ist symptomlos – daher neigen viele Patienten dazu, mit diesem Thema nachlässig umzugehen!

Es gilt also das Ziel, eine Mangelernährung (Malnutriton) durch eine zu geringe Aufnahme von Eiweiß, zu verhindern und gleichzeitig einen moderaten Phosphatspiegel zu bewahren.

Jede Menge gutes Eiweiß

Der menschliche Organismus benötigt ca. 0,8­-1,0 Gramm (Dialysepatienten ca. 1,0­-1,2 Gramm) Eiweiß pro kg Körpergewicht jeden Tag. Ein 75 kg schwerer Dialysepatient muss somit 90 Gramm (75 kg x 1,2 g = 90 g) Eiweiß pro Tag zu sich nehmen. Da jeder Mensch verschieden ist, gibt der behandelnde Arzt i.d.R. eine Empfehlung zur individuellen Eiweiß-Aufnahme.

In Fleisch, Fisch, Geflügel und in Eiern (besonders im Eiklar) sowie Quark ist das wohl hochwertigste Eiweiß enthalten und sollte deshalb regelmäßig auf Ihrer Speisekarte stehen.

Besonders positiv bewertet werden Lebensmittel mit einem günstigem Phosphat-Eiweiß-Verhältnis (P/P). Ein Zahlenwert unter 16 weist auf ein günstiges Verhältnis hin.

Lebensmittel mit einem günstigen Phosphat-Eiweiß-Verhältnis finden Sie in unserem kostenlosem Ratgeber "Eiweiß und Phosphat", den Sie hier herunterladen können.

Phosphat und Ernährung

Um nun das Gleichgewicht zwischen der ausreichenden Zufuhr von Eiweiß und einem akzeptablen Phosphatspiegel herzustellen ist die richtige Auswahl der Lebensmittel hilfreich.

Die folgenden Nahrungsmittel enthalten im verstärkten Maß Phosphat und sind aus diesem Grund zu meiden:

Bier

Lebensmittel mit hohem Phosphatanteil

Salzhering und Sardinen

Lebensmittel mit hohem Phosphatanteil

Fleischkäse, Brat- und Fleischwurst

Lebensmittel mit hohem Phosphatanteil

Schmelzkäse, Streichkäse und Scheiblettenkäse

Lebensmittel mit hohem Phosphatanteil

Brühextrakte

Lebensmittel mit hohem Phosphatanteil

Milch und Joghurt, Kefir, Kondensmilch und Milchpulver

Lebensmittel mit hohem Phosphatanteil

Fertiggerichte

Lebensmittel mit hohem Phosphatanteil

Schokolade und Kakao

Lebensmittel mit hohem Phosphatanteil

Hülsenfrüchte

Lebensmittel mit hohem Phosphatanteil

Nüsse und Mandeln

Lebensmittel mit hohem Phosphatanteil

Cola

Lebensmittel mit hohem Phosphatanteil

Wie behalte ich mein Phosphat im Griff?

In vielen verarbeiteten Nahrungsmitteln und Fertigprodukten ist mehr oder weniger offensichtlich Phosphat (Phosphor) enthalten und somit nehmen wir diesen Mineralstoff oft unbeachtet täglich zu uns.

Alles Käse? Diese Käsesorten enthalten weniger Phosphat und sind aus diesem Grund zu bevorzugen:

Harzer Roller

Käsesorten mit weniger Phosphat

Mozzarella

Käsesorten mit weniger Phosphat

Brie

Käsesorten mit weniger Phosphat

Limburger

Käsesorten mit weniger Phosphat

Frischkäse

Käsesorten mit weniger Phosphat

Gerade durch künstliche Zusätze wie Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker und Säuerungsmittel wird den Lebensmitteln zusätzliches Phosphat beigemengt.

Auf verpackter Ware ist ein Phosphatzusatz oft mit E-Nummern gekennzeichnet:

E 338, E 339, E 340, E 341, E 343 E 450, E 451, E 452
E 540, E 543, E 544

Für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte die tägliche Phosphataufnahme nicht über 1,2 g liegen. Eine Dialysetherapie kann die im Körper angesammelte und gespeicherte Menge an Phosphat oft nur teilweise entfernen. Die durch den Arzt ermittelten Laborwerte geben einen Aufschluss darüber ob phosphatsenkende Medikamente zum Einsatz kommen sollten. Generell ist zu sagen, dass der Phosphatspiegel im Blut 4,5mg/dl (1,48mmol/l) nicht übersteigen sollte.

Phosphatsenker und die richtige Einnahme

Die einzelnen Medikamente binden das über die Nahrung aufgenommene Phosphat bereits im Magen-­Darm­-Trakt und bringen es so zur Ausscheidung über den Darm. Die Phosphatsenker, die vor, während oder nach den Mahlzeiten einzunehmen sind, unterscheiden sich in der Art der Einnahme damit ihre volle Wirksamkeit erreicht wird. Je größer die Phosphatmenge der Mahlzeit desto größer sollte auch die Menge der Phosphatsenker sein.

Eine Auflistung der gängigen Phosphatsenker finden Sie in unserem kostenlosem Ratgeber "Eiweiß und Phosphat", den Sie hier herunterladen können.

Einfache Tipps zur phosphatarmen Ernährung

  • Als Ersatz für Milch kann eine Mischung aus Sahne und Wasser hergestellt werden, wobei das Mischungsverhältnis bei ¾ Wasser und ¼ Sahne liegen sollte. Diese Mischung eignet sich hervorragend für Süßspeisen.
  • Für das Backen von Kuchen und Plätzchen eignet sich das phosphatfreie Weinstein-Backpulver, Natron oder Hefeteig.
  • Zum Binden von Saucen: Mehl mit kaltem Wasser
    anrühren (anstatt Saucenbinder).
  • Industriell verarbeitete Lebensmittel vermeiden.

Gut zu wissen

  • Achten Sie auf die E-Nummern in Nahrungsmitteln.
  • Meiden Sie stark verarbeitete Nahrungsmittel, z.B. Cervelatwurst, Bratwurst, Schmelzkäse.
  • Lieber Milchersatz als Milch, d.h. ¾ Wasser und ¼ Sahne verwenden.